Die Vereinsgeschichte der Colorado-Boys-München e.V.

Im folgenden wird die Geschichte unseres Vereins kurz zusammengefasst. Die gesamte Geschichte der CBM ist so umfangreich, dass sie hier schlichtweg den Rahmen sprengen würde. Immerhin feiert der CBM dieses Jahr sein 50-jähriges Vereinsbestehen.

Der Gründer unseres Vereines war Max Scherm – von seinen Freunden auch Scherm Max genannt. Leider hat er sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht, aber es gab ja zur 50-Jahr-Feier ein Wiedersehen mit den alten Freunden.

Ein halbes Jahrhundert – das ist eine lange Zeit, die Leute kommen und gehen, wie auch die Jahre und die Probleme. Hier also die Entstehung und der Werdegang des Vereins im Zeitraffer:

Entstanden ist unser Western-Club, wie fast alle Vereine, eben durch Abspaltung und Nachahmung, wobei unser Scherm Max sowieso der Meinung war, daß er ein genau so guter Sheriff wäre, wie jeder andere. Sheriff wollte er nämlich gerne werden, aber bei den Arizonas wollte man ihn halt nicht lassen. Dies war der Grund der Abspaltung, und die Wurzeln unseres Vereins liegen demnach bei den Arizona-Boys-München. Der Scherm Max hat die Arizonas aber nicht ganz alleine verlassen ... Aus einigen Freunden wurden schnell fünf bis sechs Personen, die 1957 den Verein Colorado-Boys-München e.V. eintragen ließen.

Unsere Ranch war damals ein Privatraum des Wohnhauses von Max Scherms Eltern, in der Högelwörtherstraße. Seine Mutter, Spitzname "Rotkäppchen", verkaufte uns Bier und Schmalzbrot, für Westerner natürlich äußerst billig. In jedem Fall hatten wir erst mal einen Ort, an dem wir uns regelmäßig treffen und uns über unser Hobby unterhalten konnten.

Das hobbymäßige Training erfolgte auf dem Grundstück, oder in den Isarauen, die damals noch kaum frequentiert waren. Das Lassodrehen am Flaucher wäre heute sicherlich eine Publikumsattraktion, aber zu jenen Zeiten hatte man viel Raum für sich.

Trotzdem waren die Trainingsmöglichkeiten in der damaligen Zeit sehr begrenzt, es mangelte vor allem an Material, Geld und Wissen. Das meiste stammte wohl aus Filmen und Romanen. Für manchen war es jedoch leichter 10 Bier zu trinken, als drei Punkte mit dem Messer zu machen. Hierzu sei kurz gesagt, dass man mit einem Wurf schon drei Punkte machen kann, und man hat fünf Würfe – macht Summa-Summarum also maximal 15 Punkte. Deshalb kam man auch schnell auf die Idee doch um einen Schnaps zu spielen. Und siehe da, schnell waren die ersten Profis geboren!

Der Verein wurde größer und die Probleme und Belastungen bei der Familie Scherm auch. In den folgenden 10 Jahren ist der Verein auf ca. 22 Personen angewachsen, und hat sein Dasein in mindestens sechs verschiedenen Wirtschafts-Nebenzimmern bestreiten müssen. Wir waren immer gute Gäste unserer Wirtsleute und trotzdem waren wir mehrmals einige Monate ohne Bleibe. Aber Not schweißt zusammen und es war stets lustig, trotz der immer wieder auftretenden kleinen Streitereien, menschlich halt!

Trotz, oder gerade wegen des Vereinslebens aus dem Nebenzimmer heraus hatte man das starke Bedürfnis etwas auf die Beine zu stellen. In Zusammenarbeit mit den ABM liefen ab 1968 die Vorbereitungen für das "Council in München-Holzkirchen 1969". (Nebenbei: Ein Council ist ein Treffen (immer an Pfingsten), an dem sich alle deutsche (und nicht-deutsche) Westernvereine beteiligen. Das Council dient vor allem dem Informations- und Erfahrungsaustausch. Man kann sich aber auch ein paar Utensilien dazukaufen, die einem für das Hobby noch fehlen – vor allem dann wenn man keine Zeit hat alles selber zu machen). Es wurde das erste wirklich große Council mit einem 1000-Mann Zelt als Saloon, Mainstreet mit Friseur und ca. 850 Besuchern. Das alles wurde von rund 30 Leuten an vielen Wochenenden aufgebaut, durchgeführt und abgebaut, wofür einige unserer Leute bis zu 14 Tage Urlaub opferten.

Durch einen Glücksfall bekamen wir 1968 ein Mitglied, das in der Autobahn-Grundstücks-Verwaltung arbeitete. Da Grundstücke gepflegt werden müssen, machte er seinem Chef den Vorschlag, daß wir ja dieses übernehmen könnten und eine geringe Pacht noch zu vereinnahmen wäre. Es klappte und wir bauten 1970 in Feldmoching unsere 1. Ranch, mit luftigem Donnerbalken und ausreichender Theke. Da die Mitgliederzahl ca. 30, persönliche Geldmittel, Wissen und Können stetig wuchsen, wurde mit viel Liebe zum Detail ein ganz gemütliches Vereinsheim geschaffen.

In der folgenden Ruhephase wurde zeitweilig heftig diskutiert und kleine Kriege der Selbstdarstellung wurden ausgetragen. Die Leute hatten auf einmal keine Arbeit mehr oder anders: Geht es dem Esel zu gut, dann geht er auf’s Eis. Im Verein fand ein reger Personenwechsel statt, der eigentliche Kern festigte sich jedoch und ist im großen und ganzen heute mehr oder weniger aktiv vorhanden.

1977/78 streifte uns der Hammer des Schicksals, als beschlossen wurde, die neue Autobahn über unser Vereinsgrundstück zu führen. Das Grundstück verließen wir endgültig im Frühjahr 1980. Schade um die Ranch, mittlerweile ist sie wohl zugeteert. Wir erhielten jedoch ziemlich zeitgleich eine neue Chance in Form eines schon mehrjährigen Mitglieds und dessen fester Bekanntschaft mit der Familie Schilling: Wir konnten ein Grundstück nahe Karlsfeld (auf dem sich unsere heutige Ranch befindet) pachten und machten uns daran, dieses Grundstück von dem vorhandenen Autofriedhof zu entsorgen, die alten Hasen- und Hühner-Ställe abzureißen, und eine neue Ranch aufzubauen. Und das alles ohne die vorhandenen Grundrisse des alten Bauern-Schuppens wesentlich zu verändern. Denn wegen der noch heute bestehenden Veränderungssperre kann man da nicht so einfach alles neu aufbauen. Der damalige Schrott- und Schutt-Abfall belief sich auf 10 Großkontainer!

Aus den Anfängen unseres Vereins, mit dem allerersten Vorstand Max Scherm, gibt es noch drei Mitglieder, die mehr oder weniger zu den heute noch aktivsten gehören. Die Zahl unserer Mitglieder hat sich mittlerweile bei etwa 30 eingependelt, nicht zu viel - aber auch nicht gerade zu wenig.